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Technische Produktentwicklung Teil 1: 
Wie kommt man von der Idee zur Innovation?

Wie entwickelt man innovative technische Produkte? Lernt mit uns den kompletten Prozess von der Ideenfindung bis zur Umsetzung. Ein praktischer Leitfaden für Maschinenbau, Automatisierung und technische Produkte.

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Von: Jan Windmüller - Erstellt am: 01.12.2025 - Bild: Sparfield Core

Wie entwickelt man ein technisches Produkt?

Es gibt zwei Wege, um etwas zu entwickeln: Entweder man hat das Ziel, ein bestehendes Produkt neu zu denken bzw. weiterzuentwickeln, oder man sucht nach etwas völlig Neuem. Auch wenn es sehr klassisch klingt, steht dabei immer ein Thema im Vordergrund: „Löse mit deiner Entwicklung ein Problem“. 

Oft hört man: „Wir brauchen etwas Innovatives“! Dabei wissen die wenigsten, was Innovation bedeutet.
Innovation ist die erfolgreiche Umsetzung einer Idee oder eines Produkts, das einen Mehrwert oder eine Verbesserung schafft. Das gilt für Neuheiten - aber auch für Verbesserungen. Bevor man mit einer Entwicklung starten oder einen Prototyp bauen kann, benötigt man allerdings etwas, das in der heutigen Zeit stark unterschätzt wird und auch immer schwieriger zu finden ist: Eine Idee!

Wie kommt man auf gute Ideen?

Leider gibt es keinen einfachen Weg oder eine genaue Anleitung wie man auf gute Ideen kommt. Das Thema ist deutlich komplexer.
Ein Großteil der Ideen entsteht, wenn man ein Produkt selbst im Alltag benutzt und einem dabei immer wieder etwas auffällt, das einen ärgert oder Zeit kostet. So entstehen Ideen, die wir bereits als Weiterentwicklung oder Verbesserung kategorisiert haben. In solchen Ideen steckt ein immenses Potenzial.

Insbesondere im Maschinenbau oder in der Automatisierung gibt es oft Kundenanforderungen oder andere Prozess- und Zielvorgaben, auf deren Basis ein Prozess oder eine Maschine entwickelt werden soll. Auch daraus kann Innovation entstehen. 

Die größte und spannendste Herausforderung ist jedoch, eine von Grund auf neue Idee zu entwickeln. Auch hierfür gibt es kein Geheimrezept. Immer wieder hört man die Aussage: „Unter der Dusche habe ich die besten Ideen“. Aber warum ist das so? 

Ideen brauchen Raum

Eine Idee entsteht in unserem Kopf, in unserer Vorstellung und somit in unseren Gedanken. Es ist ein kreativer Denkprozess, den man auch so behandeln sollte. Nicht jeder Mensch ist in gleichem Maße kreativ, aber wir alle können etwas dafür tun, ein besseres Umfeld für Ideen und Gedanken zu schaffen.

Ruhe und Gelassenheit

Große Worte, wenn es um die Entwicklung von Ideen geht. Tatsächlich muss man, um eine Idee zu entwickeln, Platz schaffen für Gedanken - besonders in der Zeit von vibrierenden Handys, störenden Benachrichtigungen und Emails. Aber auch alltägliche Gedanken und beruflicher wie privater Stress können Denkprozesse blockieren.

Schafft euch einen Raum, in dem Ihr euch wohlfühlt. Schaltet das Handy aus und schafft eine Atmosphäre, in der ihr zur Ruhe kommen könnt. Auch Entspannung spielt eine große Rolle. Für jeden kann dieses Empfinden etwas anders sein - findet hier für euch selbst den richtigen Weg.

Viele Menschen merken auch bei längeren Urlauben oder bei Wanderungen, dass die Menge an Gedanken stark zu nimmt. Besonders zu Beginn dieser „Ruhephase“ sind die Gedanken noch sehr chaotisch, aber das bedeutet, ihr seid auf dem richtigen Weg.
Schon in dieser Phase macht es Sinn einen Block zu zücken, und sich Notizen zu machen, oder diese als Sprachnachrichten in ein Aufnahmegerät zu sprechen.
Ihr werdet in dieser Phase einige Gedankensprünge bemerken. In dieser Zeit sollte man keinesfalls zu detailliert über die Themen nachdenken, denn das kann einen für weitere Ideen blockieren. Das Ziel ist es, sich weiter zu entspannen und weiter relativ willkürlich aufzuschreiben, was einem einfällt.

Hat man dann einige Ideen gesammelt, ergibt es Sinn, die ersten Schritte in Richtung Entwicklung zu gehen.

Bewerten der Umsetzbarkeit

In der Bewertungsphase starten wir oft mit einer einfache Online-Recherche: Gibt es schon vergleichbare Produkte?
Am besten nutzt man dazu eine Suchmaschine oder als Alternative die Website von Kickstarter, um herauszufinden, ob es bereits Ideen in diese Richtung gibt. Findet man etwas, muss die Idee nicht direkt begraben werden. Diese Recherche bildet nur den Ausgangspunkt für die Potenzialbewertung.

Anschließend sollten die eigenen Anfordernungen und erste Lösungsansätze definieren werden - auch diese sind wieder nicht in Stein gemeißelt. An diesen Anforderungen wird sich im Laufe des Entwicklungsprozesses noch einiges ändern.

Eine genaue Marktanalyse sollte erst in Betracht gezogen werden, wenn man alle Anforderungen definiert hat. Wenn man die Anforderungen allerdings zu früh definiert, schränkt man sich sehr stark ein. Man trifft eventuell falsche Entscheidungen in einem viel zu frühen Stadium.
  • Schritt 1

    Online Recherche

    In der Bewertungsphase starten wir oft mit einer einfache Online Recherche, gibt es schon vergleichbare Produkte? Am besten nutzt man dazu eine Suchmaschine - aber auch die Website von Kickstarter kann helfen herauszufinden, ob es bereits Ideen in diese Richtung gibt. Findet man etwas, muss die Idee nicht direkt begraben werden. Diese Recherche bildet nur den Ausgangspunkt für die Potenzialbewertung.

  • Schritt 2

    Definition der Idee

    Anschließend ergibt es Sinn die eigenen Anforderungen und Lösungsansätze zu definieren - auch diese sind wieder nicht in Stein gemeiselt. An diesen Anforderungen wird sich im Laufe des Entwicklungsprozesses noch einiges ändern. Eine genaue Marktanalyse sollte erst in Betracht gezogen werden, wenn man alle Anforderungen definiert hat. Definiert man die Anforderungen allerdings zu früh, schränkt man sich sehr stark ein und trifft eventuell falsche Entscheidungen. Deshalb erst die Recherche dann die Anforderungen.

  • Schritt 3

    Marktanalyse

    Auf Basis der Anforderung erstellt man nun einen detaillierten Produktvergleich und eine Konkurrenzanalyse. Diese wird benötigt, um die Idee und das Potenzial der Idee, besser bewerten zu können. Hierzu gehören nicht nur die technischen Anforderungen, sondern auch Kundenwünsche, Trends, Zielgruppendefinition und vieles mehr. Wir prüfen inzwischen auch Bewertungen von Käufern, Kununu-Bewertungen des Herstellers und den Social Media Auftritt. Oft ergibt es auch Sinn nach Schritt 4, noch einmal detaillierter in die Analyse zu gehen.

  • Schritt 4

    Bewertung

    Nach der Marktanalyse geht es um die Bewertung: Die wichtigsten Faktoren sind hierbei die Umsetzbarkeit, Herstellbarkeit, Skalierbarkeit, aber auch Themen wie Kosten, Personaleinsatz und mögliche Umsätze. Das Ziel dieser Bewertung ist es herauszufinden, ob es sich lohnt, einen Entwicklungsprozess zu starten - man sollte also noch nicht zu tief in die Details eintauchen. 

Der falsche Weg
Falsch, aber oft in der Praxis angewandt: „Wir haben ein Team gegründet, um neue Ideen zu entwickeln“. Das kann leider nur funktionieren, wenn ein gewisser Rahmen oder ein Pfad definiert wird, an dem sich das Team orientieren kann. Dann kann auch ein gemeinsames Brainstorming sinnvoll und wertschöpfend sein.

Wir veranstalten regelmäßig Workshops zum Sammeln von Ideen und Optimierungen. Die Basis für einen solchen Workshop bilden Ideen, die schon im Vorfeld von den einzelnen Personen gesammelt wurden. Und auch im Zuge des Workshops entstehen oft noch weitere Verbindungen zu neuen Ideen.

Für mich ist eine Idee erst bereit für den Entwicklungsprozess, wenn das Innovationspotenzial eindeutig nachweisbar ist.
Wie ein Entwicklungsprozess abläuft, erfahrt ihr in unserem nächsten Blog Beitrag.
Unser Engineering StarterKits
Ihr habt viele Ideen? Wisst aber nicht, wie ihr diese umsetzen könnt? 
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